Blogtour “Nachtblumen” von Carina Bartsch – Rezension

Zum Abschluss der “Nachtblumen”-Blogtour möchte ich euch gerne meine Rezension zum Buch vorstellen – ein Buch, das mich von Beginn an mit dem unverkennbaren Schreibstil einer Carina Bartsch gefesselt und mich bis zum Ende nicht mehr losgelassen hat. Ein Buch, das viele Emotionen weckt, ein stilles Buch, ohne Action, aber nichtsdestotrotz einprägsam, ein Buch, das im Kopf bleibt, zum Nachdenken anregt und das man nicht nur einmal liest (Und jetzt hab ich mir mein eigenes Fazit unten weggenommen 🙂 )

Ich bedanke mich bei euch fürs Mitmachen bei der Blogtour, die mir viel Spaß gemacht hat.

Inhalt:
Das Leben könnte so einfach sein. Wäre es manchmal nicht so verdammt schwer. Jana schläft am liebsten unter dem Bett. Collin friert gerne. Jana wünscht sich vertraute Menschen um sich herum. Collin möchte mit anderen Leuten nichts zu tun haben. Auf Sylt begegnen sich die beiden in einem Wohnprojekt und leben für die nächsten zwei Jahre Zimmer an Zimmer. Da ist eine Mauer, die sie trennt. Und eine Tür, die sie verbindet.
Verlag: rororo
Erscheinungstermin: 23.06.2017
Lieferbar
544 Seiten
ISBN: 978-3-499-29108-1
Originalausgabe
auch als ebook erhältlich

Cover, Klappentext und Buchinfo mit freundlicher Genehmigung des Verlags.
Quellenangabe

meine Meinung:

Ich bin ein großer Fan der Bücher von Carina Bartsch, “kirschroter Sommer” und “türkisgrüner Winter” mit der Geschichte von Emely und Elyas gehören zu den ganz wenigen Büchern, die ich immer wieder hervorhole, bei denen ich einzelne Szenen nachlese und querlese, schmunzle, wieder eintauche in die Geschichte und sie einfach jedes Mal wieder liebe.
Umso mehr hat es mich gefreut, als ich nun das neueste Werk “Nachtblumen” über den Verlag als Leseexemplar für die Blogrunde zur Verfügung gestellt bekommen habe, vielen Dank auch auf diesem Weg dafür!
Ich muss gestehen, ich habe mich gescheut, mit dem Lesen zu beginnen – kennt ihr das? Man freut sich total aufs Lesen und möchte nicht beginnen, denn wenn man mal begonnen hat, ist man bald fertig und dann gibt es nix mehr zu freuen 😉 So ging es mir mit diesem Buch – ich hab´s ehrlich gesagt ein wenig vor mir hergeschoben, hatte Angst, dass es mir nicht so gut gefallen würde wie die Geschichte von Emely und Elyas – aber einmal begonnen, lösten sich meine Bedenken in Luft auf – denn “Nachtblumen” hat mich ebenso gefesselt.
Die Geschichte wird aus Janas Sicht erzählt. Sie hatte es bisher nicht einfach in ihrem Leben, beginnt nun eine Lehre als Bauzeichnerin auf Sylt und wohnt dort in einem privat geführten Wohnheim gemeinsam mit noch vier anderen Jugendlichen. Alle von ihnen haben – ebenso wie Jana – ihre Päckchen aus der Vergangenheit mitgebracht, und versuchen nun, ihr Leben mit dem Lehrberuf in Griff zu bekommen.
“Vielleicht ist es manchmal gut, dass man nicht weiß, wie etwas ausgeht, weil es sonst niemals bunt werden könnte.”
(Seite 21)
Die Autorin hat einen ganz wunderbar fesselnden Schreibstil, und durch die Schilderung der Gedanken, Gefühle und Unsicherheit von Jana stiegen mir bereits auf den ersten Seiten die Tränen in den Augen, ich habe mit ihr mitgefühlt, konnte gut nachvollziehen, wie es ihr geht, als sie in eine ihr fremde neue Welt eintritt, da hilft alle Freundlichkeit und Unterstützung ihrer neuen Unterkunftgeber nicht.
Im Laufe der Geschichte entwickelt sich Jana weiter, und ich habe mich sehr darüber gefreut zu sehen, wie sie erwachsener wird, sich mehr zutraut und Vertrauen zu anderen fasst – es gibt viele kleine Situationen, die zeigen, wie sich Jana langsam heimischer fühlt, so behutsam geschildert, dass man gar nicht anders kann als mit ihr mitzuleben.
“Manche Worte fliegen an einem vorbei wie Möwen am Meer, manche treffen einen bis ins Mark.” 
(Seite 158)
Obwohl aus Janas Sicht erzählt wird, konnte ich mich auch sehr gut in die anderen Charaktere einfühlen, insbesonders auch den von Collin. Es dauert zwar länger, bis man hinter seine Mauern blicken kann, aber spätestens dann muss man ihn einfach mögen.
“Es kam mir vor, als wäre Liebe ein ganz schmaler Grat. Ein Schritt nach links, und man war so glücklich, dass man es kaum ertragen konnte. Ein Schritt nach rechts, und man stand barfuß in den Scherben.”
(Seite 461)
Im Laufe der Handlung erfährt man, warum Jana, Collin und die anderen auf Sylt gelandet sind, jeder einzelne Grund dafür ist schlimm und man kann sich nicht vorstellen, was diese jungen Leute in ihrem Leben bereits mitmachen mussten.
“Aus etwas Negativem wuchs etwas Positives, als hätte das Gute das Schlechte als Nährboden gebraucht, um überhaupt entstehen zu können.”
(Seite 282)
Ich bin in das Buch hineingekippt und versunken, habe es in einem Rutsch gelesen und konnte gar nicht mehr aufhören. Und wenn man damit fertig ist, versteht man auch das wunderschöne, zauberhafte Cover, das perfekt zur Geschichte passt.
“Menschen sind wie Bücher. Außen steht der Klappentext für den groben Überblick, und wenn man sie öffnet und hineinschaut, kann man sie gänzlich lesen.”
(Seite 409)
Fazit: Dieses Buch ist ganz anders als die Geschichte von Emely und Elyas – dessen sollte man sich bewusst sein, sonst ist man vielleicht enttäuscht. Die Handlung geht viel tiefer und unter die Haut, sie lässt den Leser die Luft anhalten, mitfiebern, trauern, lachen, weinen, schmunzeln und sich ärgern, sie bleibt auch lange nach dem Zuklappen des Buches im Kopf – und genau das ist es, was ein wirklich gutes Buch ausmacht.
 
Es ist nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern erzählt auch davon, das eigene Ich zu finden, zu vertrauen, sich dem Leben zu stellen.
 
Carina Bartsch versteht es hervorragend, mit bildhafter und einfühlsamer Sprache ihre Charaktere dem Leser näher zu bringen und sie lebendig zu machen, sodass sie Freunde des Lesers werden; die Örtlichkeiten so zu schildern, dass man den Wind fühlen, den Sand spüren, das Meer riechen und schmecken kann.
Ich vergebe eine klare Lese- und Kaufempfehlung.

 

 

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