Rezension: “Sinners of Saint 1 – Vicious Love” von L.J. Shen

Inhalt:
Emilia LeBlanc traut ihren Augen nicht, als sie nach zehn Jahren zum ersten Mal wieder Baron “Vicious” Spencer gegenübersteht. Vicious, der ihr das Leben einst zur Hölle gemacht hat. Vicious, der nie nett, immer furchtbar zu ihr war. Vicious, der sie ans andere Ende der USA und weg von ihrer Familie getrieben hat. Vicious, der einzige Mann, den sie je geliebt hat. Inzwischen ist er ein erfolgreicher Anwalt und leitet mit seinen drei besten Freunden ein Multi-Milliarden-Dollar-Unternehmen. Emilia, die es kaum schafft, sich und ihre kranke Schwester über die Runden zu bringen, weiß, dass Vicious der letzte Mann ist, den sie jetzt in ihrem Leben gebrauchen kann. Und doch kann sie sich wie damals schon einfach nicht von ihm fernhalten.

 

Cover und Klappentext mit freundlicher Genehmigung von NetGalley.de

Format: ebook
meine Meinung:
Ich hatte von der Buchserie bereits viel gehört und auch der Klappentext hat mich sehr angesprochen und mich neugierig auf das Buch gemacht.
Die Handlung wird aus beider Sicht erzählt, kapitelweise gibt es immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit von vor zehn Jahren, langsam erfährt man dadurch vom Kennenlernen der beiden an bis zur heutigen Zeit. Diese Rückblicke haben mir gut gefallen und haben mir geholfen, das Verhalten der beiden in der Gegenwart zu verstehen.
Die Autorin hat einen flüssigen Schreibstil und hat es verstanden, ihre Protagonisten sehr lebensecht darzustellen. Die Geschichte ist im gesamten eher ein wenig düster, und vor allem Vicious´ Verhalten konnte ich bis zu einem gewissen Grad nach seinen Erlebnissen in der Kindheit auch nachvollziehen. Aber eben nur bis zu einem gewissen Grad – bis zum Ende wurde ich nicht warm mit ihm. Er hat es nicht geschafft, mir seine Liebe zu Emilia glaubhaft zu vermitteln, und obwohl ich sein Verhalten zwar verstehen konnte, gab es viele Situationen – sowohl in seiner Vergangenheit als auch in der Gegenwart – die in meinen Augen moralisch unentschuldbar sind und und durch kein Erlebnis gerechtfertigt werden können. Bis zum Schluss hatte ich von ihm den Eindruck eines egoistischen Kerls, der seine Bedürfnisse mit allen Mitteln ohne Rücksicht auf andere durchsetzt.
Emilia mochte ich hingegen – sie ist ein Familienmensch, süß, kümmert sich liebevoll und mitfühlend um ihre kranke Schwester und versucht ihr das Leben leichter zu machen. Ich konnte durchaus verstehen, was sie an dem Bad Boy Vicious angezogen hat – überhaupt nicht nachvollziehen konnte ich allerdings, dass sie ihm so gut wie alles verzeiht und sie ihm all sein Verhalten früher oder später mit rosaroter Brille entschuldigt – ich konnte nicht sehen, was an ihm so toll ist, dass man ihm alles durchgehen lässt.
Vicious´ drei Freunde von Kindheit an, die auch in den Folgebänden jeweils Hauptpersonen werden, konnten mich ebenso nicht von sich überzeugen – zum Teil – bis auf Dean – werden sie auch nicht allzu ausführlich dargestellt, und man liest von ihnen eher in der Vergangenheit als Gegenwart.
Es gibt einige Verwicklungen in der Handlung, die das Ende bis zum Schluss unvorhersehbar gemacht haben, und der spannende Schreibstil hat dazu beigetragen, dass ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen habe. Auch die Liebesgeschichte zwischen Emilia und Vicious an sich hat mir gut gefallen. 
Fazit: “Vicious Love” ist der Start einer Serie um vier junge Männer. Der erste Teil konnte mich persönlich nicht überzeugen, da er trotz gut ausgearbeiteter Protagonisten und einer Liebesgeschichte mit interessantem Verlauf einige Situationen enthält, die meinem Empfinden nach durch kein Erlebnis der Vergangenheit gerechtfertigt werden können. Wer sich allerdings daran nicht stört, wird durch die fesselnde Handlung mit Twists im Plot spannendes Lesevergnügen finden. 
Ich bedanke mich beim Lyx-Verlag und NetGalley für das Leseexemplar – meine Meinung blieb davon unbeeinflusst.