Rezension: “Wenn das Meer leuchtet” von Jessica Koch

Inhalt:

Marie ist neu auf dem College. Hier in Kalifornien ist alles anders – und doch genau so, wie es für sie schon immer war. Ausgrenzung und Ablehnung bestimmen ihren Alltag, und so zieht sie sich wie gewohnt in sich selbst zurück. Doch eine massive Bedrohung zwingt sie zum Handeln.
Plötzlich wird ihr Leben zum Spießrutenlauf, und von einem auf den anderen Tag ist alles anders.
Denn was tust du, wenn derjenige, der dich bedroht, auf einmal der einzige ist, der dir beisteht? Können Menschen sich so grundlegend verändern? Kann aus Angst Liebe werden? Und ist diese stark genug, gegen alle Widerstände zu bestehen?

Cover und Klappentext mit freundlicher Genehmigung des Verlags

Quellenangabe

Das Buch erscheint am 16. August 2018.

Ich durfte das Buch als Vorabexemplar für Blogger vor Veröffentlichung lesen – herzlichen Dank dafür an den Verlag und die Autorin – meine Meinung blieb davon allerdings unbeeinflusst. 

meine Meinung:

Ich habe von der Autorin bereits “dem Horizont so nah” gelesen, Teil 1 einer Trilogie – es war ein Buch, das mir unter die Haut ging und noch immer in meinem Kopf ist. 

Auch “die Endlichkeit des Augenblicks” ist ein Buch, das keine einfache Kost ist. Die Autorin spricht in jedem ihrer Bücher Themen an, die unter die Haut gehen und zum Nachdenken anregen – so auch bei ihrem neuen Werk.

Zuallererst möchte ich anmerken, dass mir das Cover einfach wunderbar gefällt – die Gestaltung hat Wiedererkennungswert, wenn man die Cover ihrer vorherigen Bücher vergleicht – das finde ich ganz toll.

Auch in “wenn das Meer leuchtet” spricht die Autorin ein brisantes Thema an – nämlich Mobbing. Marie hat ans College gewechselt, doch nichts ist anders – auch hier wird sie gemobbt, ist genauso unsicher wie bisher, traut sich nicht, sich zu wehren. Mir standen mehrmals die Tränen in den Augen bei den geschilderten Ereignissen, in denen Marie bis aufs Blut gequält wird. Ihre Gedanken, warum sie sich nicht wehrt und es nicht kann, ihre Wut, aber auch ihr nie versiegendes Vertrauen in andere, dass sie sich ändern können, sind nachvollziehbar nachgestellt, ich konnte mich wunderbar in sie einfühlen und mit ihr mitleben.

Als es dann eine Wende gibt und sie plötzlich nicht mehr das Opfer ist, sondern sich jemand für sie einsetzt, habe ich darauf gewartet, dass dann plötzlich ein “haha-Reingefallen”-Schild aufploppt, denn es fällt nicht leicht, jemandem zu glauben, der bisher genau das Gegenteil getan hatte. Auch diese Unsicherheit, dass Marie nicht weiß, wie sie reagieren soll, hat Jessica Koch toll herausgearbeitet.

Was mir an Marie gut gefallen hat, war ihre Wandlung in der Geschichte – auch wenn es mir – vor allem gegen Schluss – zu rasch ging. Trotzdem erkennt man als Leser sehr gut, wie sich Marie weiterentwickelt. Auch ihre enge Beziehung zu ihrem kleinen Bruder fand ich sehr gut beschrieben. 

Die Autorin hat einen wunderbar einfühlsamen Schreibstil, der es mir leicht gemacht hat, mich in Marie und die anderen Protagonisten einzuleben. Sie versteht es, den Leser alle Emotionen durchmachen zu lassen – Wut, Resignation, Freundschaft, Hoffnung und auch Liebe.

Wie bereits erwähnt, kam lediglich gegen Ende die Lösung ein wenig zu schnell und zu einfach – das hat dem Lesevergnügen allerdings keinen Abbruch getan.

Fazit: “Wenn das Meer leuchtet” ist eine unter die Haut gehende Liebesgeschichte, die zum Nachdenken anregt. Mit einfühlsamen Schreibstil und einer sympathischen Protagonistin fällt es schwer, das Buch zwischendurch mal zur Seite zu legen. Es ist wiederum ein Buch der Autorin mit einem Thema, das alle betrifft, aber auch mit einer wunderbaren Geschichte um eine junge Frau und einen jungen Mann, die sich erst selbst finden müssen. Ich vergebe eine klare Leseempfehlung.

 

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