Rezension: “Zartbitter ist das Glück” von Anne Osby

 

Inhalt:

 

Vor Kurzem hat Kat bei einem Bootsunfall ihren Mann Niklas verloren. Nach vielen Jahren des Reisens hatten die beiden Weltenbummler aus Norwegen eine Kakaoplantage auf den Fidschiinseln auserkoren, um dort Wurzeln zu schlagen. Nun steht Kat allein da, doch so schnell ist sie nicht bereit, den Traum vom Leben im Paradies aufzugeben. Voller Tatendrang schreibt sie an vier Schulfreundinnen und lädt sie ein, dem kalten Norwegen den Rücken zu kehren und mit ihr auf Fidschi einen Neuanfang zu wagen. Gemeinsam starten sie ein abenteuerliches Vorhaben: Sie wollen nicht nur Kakao anbauen, sondern auch Schokolade herstellen. Wird es den fünf Freundinnen jenseits der fünfzig gelingen, in der Südsee zu einem harmonischen Miteinander und einem glücklicheren Leben zu finden?

 

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs
Originaltitel: Biter av Lykke
Originalverlag: Font Forlag
Gebundenes Buch, Halbleinen, 384 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 20 s/w Abbildungen

ISBN: 978-3-336-54791-3

€ 22,00 [D] | € 22,70 [A] | CHF 30,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Wunderraum

Erschienen: 28.08.2017

 

Klappentext, Buchinfo und Cover mit freundlicher Genehmigung des Verlags.

Quellenangabe

 

Es handelt sich hier um eine wunderschöne Ausgabe des neuen Verlags “Wunderraum”, einem Ableger des Goldmann-Verlags. Es ist eine gebundene Ausgabe mit Leinenrücken, Lesebändchen und sehr schön gestaltetem Cover. Hier macht es schon Freude, das Buch nur anzuschauen und zu streicheln, bevor man es zum Lesen öffnet.

 

meine Meinung zum Buch:

 

Ich durfte das Buch im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks lesen, wofür ich mich herzlich bedanke – beim Team von Lovelybooks ebenso wie bei dem des Verlags.

 

Die Inhaltsangabe hatte mich neugierig gemacht und hat mir eine Geschichte versprochen, die über Frauen erzählt, die sich nach ewa 50 Jahren wieder sehen und versuchen, an ihre Freundschaft anzuknüpfen – und dieses Versprechen hat sich auch erfüllt.

 

Die Autorin hat einen teils fast prosaischen Schreibstil und hat es sehr gut geschafft, mit bildhaften Beschreibungen Fidschi vor den Augen des Lesers erstehen zu lassen. 

 

Die Geschichte selbst ist kapitelweise aus Sicht der Frauen geschildert, bei Kat in der Ich-Form, bei den anderen in dritter Person. 

 

Sehr gut gefallen hat mir die Charakterisierung der Frauen, ich konnte mich gut in sie hineinversetzen – in Rückblicken, die vor allem im ersten Drittel des Buches geschildert werden, erfährt man aus ihrer Vergangenheit.

 

Die Zeit auf Fidschi nutzen die Frauen einerseits, um ihre Freundschaft wieder aufzufrischen, sich nach der langen Zeit wieder neu kennenzulernen, sich an alte Verbundenheit zu erinnern. Doch auch Begebenheiten aus der Vergangenheit, die nicht so schön waren, werden nun gemeinsam aufgearbeitet. 

 

Mir gefiel hier besonders Kat – sie ist diejenige, die die Freundinnen gefragt hat – ohne ihnen Druck zu machen, – ob sie denn nicht zu ihr kommen wollen um gemeinsam ihren Lebensabend zu verbringen und die vorschlug, sich an Schokoladeherstellung zu wagen. Sie ist eine Frau, die niemandem Druck macht, abwartet und beobachtet und auch vermittelt. Dabei hat sie selbst ein großes Päckchen zu tragen, wie sich im Laufe der Geschichte herausstellt.

 

Auch mochte ich Ateca – eine Hausangestellte von Kat – sehr, die in ihren Gebeten an Gott um einen Job und die Liebe für ihren Sohn bittet und ein gewaltiges Einfühlungsvermögen und Beobachtungsgabe zeigt.

 

Alle Freundinnen entwickeln sich im Laufe der Handlung weiter – sie sehen altes Unrecht ein, klären Unstimmigkeiten, verzeihen und verlieben sich und lernen vor allem eine andere Lebensweise kennen als die, die sie gewohnt sind, was ihnen allen mehr oder weniger Schwierigkeiten und Umstellung abverlangt. 

 

Es ist ein Buch, das mich gefangengenommen und berührt hat, das aber vereinzelt auch Längen hatte – vor allem im ersten Drittel – und mir ein wenig zu ernsthaft war, ich hätte mir anhand des Klappentextes ein mehr Fröhlichkeit erwartet. 

 

Fazit: “Zartbitter ist das Glück” ist der passende Buchtitel für eine Geschichte über fünf Schulfreundinnen, die sich nach langer Zeit wiedersehen und beschließen, ihren Lebensabend gemeinsam zu verbringen. Sie arbeiten ihre Vergangenheit auf und blicken gemeinsam in die Zukunft. Es ist ein Buch, das sehr zu empfehlen ist, ein ruhiges Buch mit vielen schönen Textstellen, in das man hineinversinken kann. Ich vergebe gern eine Leseempfehlung.